Internationales Keramikmuseum in Faenza

Das Internationale Keramikmuseum in Faenza (MIC) beherbergt die bedeutendste Keramiksammlung der Welt und fungiert als internationales Kulturzentrum. Das Erbe des Museums umfasst über 60.000 Objekte aus der Zeit von 4000 v. Chr. bis heute. Seit 1938 organisiert es alle zwei Jahre den prestigeträchtigen Faenza-Preis, der sich der zeitgenössischen Keramikkunst widmet. Im gleichen Rhythmus findet die Argillà Italy statt, eine internationale Marktmesse für Kunsthandwerk. Die Einrichtung unterhält eine Fachbibliothek sowie Foto- und Dokumentenarchive. Die Bibliothek umfasst etwa 68.000 Publikationen zu Keramik und Kunst. Die Sammlungen umfassen auch ein Fotoarchiv, das Arbeiten aus öffentlichen und privaten Sammlungen weltweit dokumentiert. Das Archiv enthält rund 70.000 digitale Bilder sowie historische Dias und Drucke. Diese Materialien unterstützen Forschung, Konservierung, Restaurierung und Ausstellungsplanung. Die Museumsdepots sind in vier Bereiche unterteilt, die sich nach Herkunft, Chronologie, Technologie und Stil der Keramik richten. Sie enthalten auch Fragmente, die nach der Bombardierung des Museums 1944 aus den Trümmern geborgen wurden. Diese Bestände bilden ein „Museum im Museum“, das Forschern, Restauratoren und Künstlern zugänglich ist. Das MIC führt zahlreiche Bildungsworkshops für Schulen, Universitäten und Forschungszentren durch. Zudem organisiert es inklusive Aktivitäten für Senioren, Menschen mit Behinderungen, Migranten und sozial benachteiligte Gruppen. Das Museum verfügt über ein spezialisiertes Labor für Keramikrestaurierung. Es befasst sich mit der Konservierung von Objekten von Terrakotta bis Porzellan, einschließlich archäologischer Fundstücke und Sammlungsstücke. Das Labor führt auch Auftragsarbeiten für öffentliche Einrichtungen aus und bietet professionelle Schulungen an. Das Team verfügt über mehr als 40 Jahre Erfahrung in der Keramikrestaurierung und arbeitet mit der Universität Bologna zusammen. Die Aktivitäten des MIC konzentrieren sich auf drei Kernbereiche: Konservierung, Sammlungsmanagement sowie Kommunikation und Bildung. Das Museum verfügt zudem über umfangreiche Erfahrung in internationalen Projekten und im effektiven Management von EU-finanzierten Programmen.
